Remo Goethe Vorstandsmitglied

Remo Goethe
Co-Präsident
Jungfreisinnige Kanton Glarus

Das letzte Jahr hat uns alle enorm gefordert. Sei dies im Privatleben oder in der Wirtschaft. Vor rund einem Jahr erlebten wir den totalen Lockdown für das Gastgewerbe. Restaurants, Bars und Clubs mussten schliessen. Für diese Branche war es nach 2020 bereits der zweite Lockdown und dieser war umso härter.

Um der Gastrobranche während der Pandemie unter die Arme zu greifen, haben wir Jungfreisinnigen damals das Projekt «Biär für ds Glarnerland» ins Leben gerufen. Mit dem Onlinekauf einer Kiste Bier gleichzeitig deine Lieblingsbeiz unterstützen, war unser Motto. Die Aktion entwickelte sich zu einem riesigen Erfolg. Nie hätten wir gedacht, dass die Solidarität im Glarnerland mit den Gastrobetrieben so gross ist. 21 780 Flaschen durften wir verkaufen und so insgesamt über 40 000 Franken für die Gastronomie sammeln. Nun wurden wir von den «Glarner Nachrichten» sogar für die Wahl zum Glarner oder zur Glarnerin des Jahres 2021 nominiert, was uns enorm ehrt.

Durch dieses Projekt durften wir Jungfreisinnigen vieles lernen. Gleichzeitig konnten wir auch sehen, dass unsere Forderungen nach mehr Innovation und Digitalisierung notwendiger sind denn je. Im letzten Jahr konnten viele spannende und innovative Projekte beobachtet werden und die Digitalisierung machte einen riesigen Schritt vorwärts. Wer hätte 2019 schon gedacht, das Homeoffice plötzlich flächendeckend möglich ist, oder wir unsere Einkäufe im Lieblingsgeschäft virtuell durchführen?

Für uns ist klar, die Zukunft ist noch digitaler als heute. Für uns ist die Digitalisierung eine Chance, nicht nur in der Pandemie. Um diese zu nutzen, müssen wir Innovation zulassen. Auf neue Entwicklungen mit Verboten zu reagieren, ist sinnlos. Die Gesetze müssen sich der Digitalisierung anpassen, nicht umgekehrt. Aufgabe des Staates ist es lediglich, die Rahmenbedingungen so festzulegen, dass der Fortschritt nicht behindert, sondern von den Behörden unterstützt wird.

Wir fordern jedoch auch ein Umdenken in der Verwaltung. Das Ziel muss sein, eine echte virtuelle Verwaltung zu etablieren. Der Gang zur Behörde muss eine Seltenheit werden. Dazu müssen Geschäfte unter den verschiedenen Behörden durchgängig abgewickelt werden können. So sollten beispielsweise bereits verfügbare Daten nicht wiederholt durch unterschiedliche Kontrollbehörden eingefordert werden müssen, sondern mit Hilfe von E-Government unter den verschiedenen Stellen zugänglich gemacht werden. Bürgerinnen und Bürger sollen sich zum Abwickeln von Geschäften online ausweisen können und jederzeit die Möglichkeit haben, ihre persönlichen Daten, welche vom Staat gespeicherten werden, online einzusehen.

Die Digitalisierung ist wichtig und hat uns viel zu bieten – es bedarf aber endlich einem «Open-Minded»-Kulturwandel mit dem richtigen Fokus. Die Pandemie hat der Digitalisierung den benötigten Schub verliehen. Nun liegt es an uns, diesen Weg weiterzugehen und die Schweiz voranzutreiben. Denn so profitieren wir alle von der Digitalisierung.