Jana Waldvogel
Aktuarin
Jungfreisinnige Kanton Glarus

Worüber schreibt man denn eine Politkolumne in einer Zeit, in der die Politik für einmal fast stillzustehen scheint? Wäre dieses Jahr alles wie gewohnt, würden Sie nun hier einige Zeilen darüber lesen, warum Sie am Sonntag für unseren Memorialsantrag zur Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen stimmensollten. Da die gewohnten Sachgeschäfte aber durch die momentane Krise in den Hintergrund gerückt sind, verzichte ich darauf.

Diese Verschnaufpause gibt aber auch den Raum, sich mit wesentlichen Grundfragen auseinanderzusetzen. Die Coronakrise hat und wird auch künftig noch erhebliche Entbehrungen für uns alle mit sich bringen. Sie hat uns unter anderem auch dort eingeschränkt, wo wir Liberale besonders viel Wertdarauf legen – in unserer Freiheit. Und so stellte sich für einige zu Beginn der Krise die Frage, ob mandenn die einschneidenden Eingriffe in die Freiheit überhaupt dulden könne. Es schien manchmal so,als ob der Grat zwischen Liberalismus und Egoismus ein schmaler wäre. Dabei schliesst der Liberalismus die gegenseitige Rücksichtnahme keinesfalls aus.Im Gegenteil: Der Liberalismus wird gerade dadurch bedingt, dass man sich am Gemeininteresse orientiert. Freiheit bedingt, dass man Verantwortung für sich und seine Mitmenschen übernimmt.